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Die technischen Möglichkeiten

• RAM: Der C64 verfügt über 65536 Byte RAM - nach damaliger Schreibweise als "64 kB" bezeichnet, mit SI-Präfixen "64 KiB". Davon sind knapp 39 KiB für BASIC-Programme nutzbar. Die Größe des Speichers war für die damalige Zeit revolutionär. (Der zwei Jahre alte Vorgänger VC 20 hatte nur 4 kB Speicher.)
• Taktfrequenz: Er arbeitet mit einer Taktfrequenz von ungefähr 1 MHz - 0,985 MHz in der PAL-Version und 1,02 MHz in der NTSC-Version.
• ROM: Der C64 verfügt über 20 KiB ROM. Gut 9 KiB des ROM enthalten in nahezu unveränderter Form den BASIC-Interpreter des älteren Commodore PET 2001 (erschienen 1977), der ursprünglich von der Firma Microsoft stammt. In weiteren knapp 7 KiB ist ein Betriebssystem untergebracht, das die Tastatur, den Bildschirm, das Kassetteninterface, die RS-232, sowie eine serielle IEC-Schnittstelle zur Ansteuerung von Druckern und Diskettenlaufwerken usw. verwaltet. Auch dieses stammt ursprünglich von älteren Commodore-Maschinen, wurde aber an die veränderte Hardware des C64 angepasst. Die restlichen 4 KiB enthalten zwei Zeichensätze à 256 Zeichen in 8x8 Matrixdarstellung für den Bildschirm.
• BASIC: Das eingebaute BASIC V2 bot keinerlei Befehle, um die Grafik- und Soundmöglichkeiten des C64 anzusprechen, da diese beim PET, von dem der Code ja übernommen worden war, noch nicht vorhanden waren. Das bereits vorhandene und bessere Basic 4.0 der neueren PETs wurde beim C64 nicht verwendet, da man den PETs keine interne Konkurrenz machen wollte. Über die BASIC-Befehle PEEK, POKE, SYS und USR konnte jedoch direkt auf die Hardware zugegriffen werden. Sound und Grafik ließen sich nur in Assembler oder erweiterten BASIC-Versionen wie etwa "Simon's BASIC" effektiv programmieren, die jedoch nicht Bestandteil des Lieferumfangs waren. Spiele für den C64 waren daher fast immer in Assembler programmiert. Bei späteren BASIC-Versionen, die beispielsweise beim BASIC 3.5 des C16 und Plus/4 eingesetzt wurden, war der Befehlsvorrat wesentlich umfangreicher.
• Prozessor: Der Prozessor ist ein 6510, eine Variante des 6502 von MOS Technologies - diese Firma wurde von Commodore aufgekauft, um sich eine sichere CPU-Quelle zu schaffen. Er hat im Gegensatz zum 6502 sechs zusätzliche Ein/Ausgänge, die sich über die Speicherstellen 0 und 1 ansprechen lassen und beim C64 unter anderem dazu genutzt werden, um RAM und ROM umzuschalten, mittels Bank Switching.
• Grafik: Der Grafikchip des C64 ist ein MOS 6569 (VIC II). Dessen formale Möglichkeiten sind 40x25 Zeichen Text, 320x200 Pixel maximale Grafikauflösung zweifarbig (160x200 bei Mehrfarbendarstellung), 16 Farben und 8 Sprites. Dabei gibt es zwar viele Einschränkungen, jedoch mindestens ebensoviele VIC II-Tricks, um Grafikeffekte zu erzeugen, die laut der Spezifikation des Chips eigentlich unmöglich sein sollten. Besonders von "Demos" und auch von vielen späteren Spielen wurden diese Tricks ausgiebig genutzt.
• Sound: Der MOS 6581 (SID) ist der Soundchip des C64 mit seinen damals revolutionären, weit über andere Heimcomputer hinausgehenden Möglichkeiten. Spätere C64-Varianten enthielten den 8580. Er bietet dreistimmigen Mono-Sound mit jeweils eigenem ADSR-Hüllkurvengenerator zur Amplitudenmodulation, vier verschiedene Wellenformen (Dreieck, Sägezahn, variables 12 Bit-Rechteck und Rauschen), Ringmodulation sowie ein subtraktives Filter (Tiefpass, Hochpass oder Notch) mit variabler Resonanz. Unter Ausnutzung diverser konstruktionsbedingter Eigenarten des SID ist es möglich, ungewöhnliche Klangeffekte zu produzieren, u.a Samples in 4 Bit-Qualität über Lautstärkemodulation. Später konnte die Auflösung auf 7 Bit erhöht werden. Weiterhin hat er zwei (allerdings sehr langsame) A/D-Wandler, welche benutzt werden können, um Paddles oder eine Maus anzuschließen.
• Peripherie: Es gibt eine große Auswahl an Peripherie für den C64, von Kasettenlaufwerken zur Datensicherung (Datasette), den original 1541- und 1581-Diskettenlaufwerken von Commodore für 5 1/4- und später auch 3 1/2-Zoll-Disketten, DMA-fähigen RAM-Erweiterungen (genannt REU) und EPROM-Brennern bis hin zu Prozessorkarten (das Topmodell hat einen 65816, 16bit, 20 MHz) und Interfaces für IDE- und SCSI-Laufwerke (also vor allem für Festplatten und CD-ROM-Laufwerke).


 
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